Staatssekretär Braune fordert mehr Unternehmerverantwortung für gute Architektur
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Pressemitteilung Nr. 416/03 20. Oktober 2003
"Unternehmensarchitektur prägt heute das Bild unserer Städte ungleich
stärker als früher. Daraus ergibt sich auch eine gesteigerte
Verantwortung des Unternehmers", betonte Tilo Braune, Staatsekretär im
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, beim
Streitgespräch Architektur des Bundes Deutscher Innenarchitekten in
der gläsernen Manufaktur am Freitag in Dresden. Man könne
Architektur-Standards nicht nur auf die Kosten schieben, wenngleich
Qualität natürlich ihren Preis habe: vieles sei auch eine Frage der
Einstellung. Er wünsche sich, dass manches, was zum Beispiel bei
Bundesbauten selbstverständlich sei, wie etwa die stärkere Anwendung
des Instruments des Planungswettbewerbes, auch von den privaten
Bauherrn mehr aufgegriffen würde.
Die VW Fertigungshalle - bekannt als gläserne Manufaktur - in Dresden
werde zu Recht als ein gelungenes Beispiel anerkannt, das gute
Architektur mit dem Standortfaktor und den betrieblichen Anforderungen
des Unternehmens verbinde. In diesem Zusammenhang wies der
Staatssekretär darauf hin, dass es beim Dialog um gutes Bauen nicht um
geringe Beträge gehe: Fast zehn Prozent unseres Bruttoinlandprodukts,
das sind 55 Prozent aller Investitionen in Deutschland, werde in der
Baubranche verdient. Architektur - dies schließe die
Ingenieurbauleistungen ein - sei ein zunehmend wichtiger
Standortfaktor.
Allerdings müsse das Qualitätsbewusstsein über die einzelnen Bauherrn
hinaus auch in der Gesellschaft insgesamt noch stärker verankert
werden. Der Staatssekretär verwies dazu auf die Initiative Architektur
und Baukultur des Bundes, die soeben vom Deutschen Bundestag mit
großem Rückhalt beraten worden sei. Die Bundesregierung bemühe sich
derzeit um den Aufbau einer Stiftung Baukultur. Braune forderte Planer
und Unternehmen auf, sich hier zu engagieren und so ihre übergreifende
Unterstützung für eine Kultur des Bauens in Deutschland deutlich zu
machen.