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Stolpe: Der Baukonvent ist ein Meilenstein

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Pressemitteilung 4. April 2003

"Der Baukonvent ist ein Meilenstein. Er ist für den Baubereich
ein Beratungsorgan und ein Experiment ohne Vorbild." Das sagte der
Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Dr. Manfred
Stolpe, am Freitag beim 1. Baukonvent der Bundesstiftung Baukultur im
ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn. Das Gremium ist das
zentrale Organ der Bundesstiftung, die sich gerade in der
Gründungsphase befindet.

"Es gibt ein wachsendes Interesse an Architektur, an der Form unserer
Bauwerke, an der Funktion unserer Städte. Das Bauen schafft
schließlich die fundamentalen Grundlagen für ein gutes Gemeinwesen und
lebenswerte Städte", erklärte der Minister. Der Erfolg der Planer und
der Bauwirtschaft sei zudem wichtig für den Erfolg der Wirtschaft
insgesamt. "Die Medaille, die wir für unsere Planer und Ingenieure
hier hochhalten hat zwei Seiten: die kulturelle und die ökonomische."
Wie der Minister betonte, kämen zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts
von der Bauwirtschaft. Das seien 55 Prozent aller Investitionen in
Deutschland. Die Bauwirtschaft sei der größte Wirtschaftszweig in
Deutschland und Europa. Durch die Zunahme der internationalen
Wirtschaftsbeziehungen habe sich der Wettbewerb auf den Märkten
verschärft. Wenn das Bauen seinen Stellenwert behaupten oder
verbessern wolle, so Stolpe, müsse es im Einklang mit aktuellen
Wertvorstellungen in der Bevölkerung handeln. Es müsse veränderten
Ansprüchen nachspüren - etwa dem ökologischen, energiesparenden und
nachhaltigen Bauen. "Wir wollen, dass dieser einstige Konjunkturmotor
wieder mehr Schubkraft entwickelt", sagte Stolpe. Diese Schubkraft
werde es für Architektur- und Ingenieurleistung "Made in Germany" nur
über hohe Qualität und ihre Einbindung in nachhaltige
Stadtentwicklungskonzepte geben. Deshalb lege die Politik großen Wert
auf stadtentwicklungspolitische Akzente. Stadtentwicklung stehe heute
unter den Vorzeichen von demographischer Veränderung, Migration und
struktureller Arbeitslosigkeit. Dies stehe in Zusammenhang mit
notwendigen wirtschaftlichen Modernisierungsprozessen. Stolpe betonte,
er sehe Stadtentwicklung als innovatives Feld, auch für die Baukultur.
Dabei gehe es um soziale Herausforderungen, um ökonomische Interessen,
um emotionale Befindlichkeiten und ästhetische Ansprüche. Ihre
Verbindung könne kulturelle Identität stiften.

Auch den Bund sehe der Minister hier in der Pflicht, denn
Stadtentwicklungskonzepte bräuchten eine solide finanzielle Grundlage.
Daher würden die finanziellen Förderungen trotz
Haushaltskonsolidierung auf hohem Niveau fortgeführt. Allein in diesem
Jahr stelle der Bund 581 Millionen Euro zur Verfügung. Als einzelne
Programmteile nannte er die Städtebauförderung, den städtebaulichen
Denkmalschutz in den neuen Ländern, das Bund-Länder-Programm "Die
soziale Stadt" und das Programm "Stadtumbau Ost". Hinzu komme der
Stadtumbau West.

Außerdem wolle die Bundesregierung das städtebauliche Planungsrecht im
kommenden Jahr novellieren und leichter handhabbar machen. Es gebe
ständig neue Auflagen bei der Planung, zum Beispiel Umwelt- oder
Sicherheitsauflagen. Vieles komme durch neues EU-Recht. Das aber dürfe
nicht zu einer ständigen Komplizierung führen. "Wir wollen das Bauen
einfacher machen. Denn wir brauchen auch künftig schnelle Realisierung
von Investitionen", unterstrich Stolpe.

"Ich bin zuversichtlich, dass uns mit der Stiftung eine nationale
Kraftanstrengung gelingen kann", bekräftigte der Minister. Der Bund
wolle für das deutsche Planungs- und Bauwesen effiziente Verfahren,
Kostenbewusstsein, hohe technische Standards und Nutzerorientierung
schaffen und dies mit hoher Gestaltqualität verbinden. Außerdem wolle
man die Leistungen von Architekten und Ingenieuren aus Deutschland
herausstellen und auf den internationalen Märkten stärken. Eine
ständige Kommunikationsebene für Baukultur zu schaffen, sei ebenfalls
erklärtes Ziel.

veröffentlicht am 07.04.2003 von Susann Weber · Rubrik(en): News, Berufspolitik / Kammerarbeit

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