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Wohnen bezahlbar denken

Rückblick auf das Erfurter Feierabendgespräch am 5. Februar 2026

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Erfurter Feierabendgespräche am 5. Februar 2026 im Café Franz Mehlhose, Bild: Nicole Heusing

Wie kann Wohnen in Erfurt bezahlbar bleiben – und welche Verantwortung tragen Politik, Planung und Gesellschaft gemeinsam?

Diese Frage stand im Mittelpunkt der Erfurter Feierabendgespräche am 5. Februar 2026 im Club-Café Franz Mehlhose, zu denen die Stadt Erfurt eingeladen hatte.

In der lebendigen Diskussion mit Gästen aus Architektur, Stadtplanung, Wohnungswirtschaft und Politik wurde deutlich: Bezahlbares Wohnen entscheidet sich vor allem im Bestand. Über 90 Prozent des Wohnens findet hier statt – und hier liegt auch das größte Potenzial, um Kosten zu begrenzen und gleichzeitig Qualität zu sichern.

Ines M. Jauck, Präsidentin der Architektenkammer Thüringen, betonte in ihrem Beitrag: „Nicht der Neubau, sondern der Bestand entscheidet, ob Wohnen bezahlbar bleibt. Wir müssen mit Augenmaß sanieren, statt immer neue Maximalstandards zu erfüllen.“ 

Jauck plädierte für ein Umdenken im Planen und Bauen:

  • Qualität mit Maß – hinterfragen, welche technischen und normativen Anforderungen wirklich notwendig sind.
  • Kosteneffizienz durch kluges, bedarfsorientiertes Planen – einfache Konstruktionen, abgestimmte Haustechnik, kurze Leitungswege.
  • Flächen neu denken – kompaktere Grundrisse, flexible Raumkonzepte und gemeinschaftlich genutzte Bereiche.
  • Vertrauen in den Sachverstand der Planenden – weniger Normen-Hörigkeit, mehr Verantwortung und Gestaltungsfreiheit.

„Der Gebäudebestand ist ein Schatz, den wir hegen und pflegen müssen“, so Jauck weiter. Der Mietzins dürfe nicht als notwendiges Übel gelten – er sei die Grundlage für den würdevollen Erhalt der Bausubstanz.

Neben Ines M. Jauck nahmen Klaus Dömer, Joachim Schultz-Granberg, Kristina Kuhnhen, Frank Emrich, Nico Ullrich und Jörg Koch an der Diskussion teil. Gemeinsam beleuchteten sie Wege, wie Wohnen wieder bezahlbar und zugleich zukunftsfähig gestaltet werden kann – zwischen wirtschaftlicher Tragfähigkeit, sozialer Verantwortung und architektonischer Qualität. Das Publikum brachte sich engagiert ein. 

Die Architektenkammer Thüringen dankt der Stadt Erfurt herzlich für dieses anregende Format und den offenen Austausch. Wir freuen uns, dass wir Teil der Veranstaltung sein durften – und dass wir die Sicht der Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen einbringen konnten.

veröffentlicht am 06.02.2026 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Berufspolitik / Kammerarbeit

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