Zum Seiteninhalt Logo der Architektenkammer Thüringen

Axel Buether, Wuppertal

Vortrag · Öffentliche Ringvorlesung »Architektur WAHRnehmen«

03.11.2015, 17:00 Uhr
Weimar, Audimax der Bauhaus-Universität Weimar, Steubenstraße 6

Veranstaltende Firma, Organisation, Person
Professur Bauformenlehre an der Fakultät Architektur und Urbanistik (Prof. Bernd Rudolf)

Gast ist Prof. Axel Buether, Professor für Didaktik der visuellen Kommunikation im Fachbereich Design und Kunst an der Bergischen Universität Wuppertal. Sein Thema ist die »Semiotik des Raums«.

Seine These:
»Am Gebrauch des Raums zeigt sich, was uns wichtig und nützlich ist oder seinen Zweck verloren hat, was es zu bewahren oder zu erneuern gilt. Die Erforschung unserer Raumwahrnehmung ist die Leitwissenschaft der Umweltgestaltung, von der Stadtplanung über die Architektur bis zur Innenarchitektur und Szenografie.

Raum ist ein Welterkenntnis- und Weltbeschreibungssystem. Wir nehmen Raum mit allen Sinnen wahr, weshalb es nicht nur von Bedeutung ist, wie ein Raum aussieht, sondern ebenso auch, was er uns sagt, wie er sich anfühlt, wie er klingt, riecht, schmeckt oder unsere Bewegungen steuert.

Raum funktioniert wie eine Sprache, was nicht verwunderlich ist, da unsere körperlichen Interaktionen mit der Umwelt die Grundlage unserer Kommunikation mit der Umwelt bilden. Jede Form der Umweltgestaltung hat direkte Konsequenzen für die Strukturen unseres Gehirns.

Der Kulturraum vermittelt uns die Gebrauchsanweisung seiner Benutzung. Wir nehmen wahr, wohin wir uns orientieren müssen, wie wir Dinge benutzen oder mit was wir interagieren können. Die Raumwahrnehmung initiiert und fördert einen generationsübergreifenden Lernprozess, der stetiger Erneuerung bedarf und daher niemals abgeschlossen sein kann. Junge Menschen nehmen wahr, wie Gesellschaft funktioniert und wo sie versagt.«

Zum Referenten:
Axel Buether, ausgebildeter Steinmetz und Steinbildhauer, studierte Architektur und Philosophie an der TU Berlin, der Universität der Künste Berlin und Architectural Association London. 2010 promovierte an der Universität Stuttgart zum Thema »Semiotik des Anschauungsraums«. Nach einer wissenschaftlichen Assistenz an der Universität Cottbus wurde er 2006 an die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle berufen. Im September 2012 wechselte er an die Bergische Universität. Schwerpunkte seiner interdisziplinären wissenschaftlichen Forschungstätigkeit sind die Themenbereiche: »Visuelle Bildung und anschauliche Sprachkompetenz«, »Neurobiologische Grundlagen für die räumlich-visuelle Kommunikation und Gestaltung«, »Multisensuale Raumwahrnehmung« sowie „»Visuelle Medien Farbe und Licht«.

Weitere Informationen: www.axelbuether.de

veröffentlicht am 16.10.2015 von Björn Radermacher

Diese Seite teilen

Die AKT in den sozialen Netzwerken