Bauhaus Koordinaten. Wege des Bauhauses in Weimar und Thüringen

Überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Reiseführers in veränderter Gestaltung und größerem Format

Buch „Bauhaus Koordinaten“: Cover, Bild: © M BOOKS 4 Bilder.
Buch „Bauhaus Koordinaten“: Cover, Bild: © M BOOKS

Im Bauhausjahr 2019, dem einhundertjährigen Jubiläum der Gründung der berühmten Schule für Kunst und Gestaltung, stehen die Bauhaus-Orte im Fokus der Öffentlichkeit: die Kunstschulgebäude in Weimar, das Werkstattgebäude in Dessau. Als Schule hat das Bauhaus Thüringen bereits 1925 wieder verlassen. Gleichwohl sind in ganz Thüringen Spuren sichtbar geblieben, die jenseits der Schule oder eher indirekt durch das Bauhaus entstanden sind: die vielfältigen Wohn- und Wirkungsstätten der Bauhauslehrer und -schüler, die Werkstätten und Produktionsorte, die häufig in den ländlichen Regionen zu finden sind und oft übersehen werden.

Das neu aufgelegte Buch „Bauhaus Koordinaten“ der Autor*innen Elke Dallmann, Mark Escherich, Susanne Knorr, Ulrich Wieler sowie der Grafikerin Nicola Hammel-Siebert möchte das ändern.

Das Bauhaus wirkt nach. Auch einhundert Jahre nach seiner Gründung 1919 in Weimar, hat die revolutionäre Schule für Kunst und Gestaltung nichts von ihrer Faszination verloren. Die künstlerischen und pädagogischen Konzepte, die die Bauhauslehrer unter der Leitung von Direktor Walter Gropius entwickelten, prägten zahllose weitere Schulen und Studierende der gestaltenden Disziplinen weltweit. Dass diese Erfolgsgeschichte im kleinen Weimar, fern der großen Metropolen ihren Anfang nahm und im Freistaat auch jenseits von Weimar Spuren hinterlassen hat, ist weniger bekannt.

Zu Unrecht, wie Architekt, Städtebauer und Co-Autor des Buches Ulrich Wieler erklärt: „In der nur kurzen Zeit seines Bestehens in Weimar zwischen der Gründung 1919 und dem Wegzug nach Dessau 1925 entwickelte sich die im Bauhaus-Manifest postulierte Einheit von Kunst und Handwerk zur Einheit von Kunst und Technik, für die das Bauhaus weltberühmt wurde. Großen Anteil daran hatten neben der Schule selbst die vielen Produktionsorte und Werkstätten im Land, in denen die Bauhaus-Ideen umgesetzt wurden.“ Neben den bekannten Weimarer Kunstschulbauten und dem Experimentalhaus Am Horn liege das unbekannte Bauhaus an versteckten Orten in Erfurt, Probstzella, Gera oder Greiz, erzählt Wieler.

Gemeinsam mit den Co-Autor*innen Elke Dallmann, Mark Escherich, Susanne Knorr und der Grafikerin Nicola Hammel-Siebert (zebraluchs), hat er diese Sammlung bereits vor zehn Jahren in einer ersten Auflage zusammengestellt, die nun in einer überarbeiteten und erweiterten Neuauflage in veränderter Gestaltung und größerem Format erscheint. Bauhausorte wurden aufgesucht und ihre Geschichte und die biografischen Verflechtungen sowie Wirkungslinien, die sich aus ihnen ergeben, in einem Reiseführer für heutige Bauhausbesucher zusammengestellt.

Dabei werden die tatsächlichen Produktionsorte der am Bauhaus gestalteten Objekte, wie die Töpferwerkstatt in der Schlossanlage in Dornburg oder die Ruppelwerk GmbH in Gotha, ebenso betrachtet wie herausragende Einzelbauwerke von Bauhäuslern, wie das Wohnhaus von Ernst Neufert in Gelmeroda oder das Haus des Volkes von Alfred Arndt in Probstzella, und Orte, an denen das Bauhaus als Idee wirkte, wie die Freie Schulgemeinde Wickersdorf. Ergänzt werden diese Portraits um Geschichten des Lebens und Arbeitens am Bauhaus, wie sie etwa in den regelmäßig stattfindenden Bauhausfesten zu finden sind, die mit künstlerisch ambitionierten Theateraufführungen und Tanz den Zusammenhalt der Bauhäusler*innen fördern sollten. Anhand genauer Ortsangaben im Buch sowie einer orientierenden herausnehmbaren Faltkarte, werden die Leser eingeladen, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen.

Das Buch wurde in Kooperation mit der Stiftung Baukultur Thüringen realisiert. Deren Präsident und ehemaliger Direktor der Bauhaus-Universität Weimar, Gerd Zimmermann, bekräftigt im Vorwort des Buches: „Das Weimarer Bauhaus war Vorreiter für eine disziplin-übergreifende Gestaltung, wie sie heute nicht mehr wegzudenken ist. Die ruhige Residenzstadt Weimar und das Land Thüringen wurden so zu Pionieren einer Gestaltungskultur, die ganz selbstverständlich alle Teile der Gesellschaft erreichen sollte. Diesem Erbe fühlen wir uns verpflichtet.“

Die Publikation ist im Weimarer Architekturbuchverlag M BOOKS erschienen und will diese Wirkungslinien des frühen Bauhauses erlebbar machen. Dazu präsentiert das Buch 30 Orte und Biografien des Bauhauses in Weimar und Thüringen und beleuchtet so teils noch wenig bekannte Aspekte der Geschichte und Wirkung der Schule, die hundert Jahre nach ihrer Gründung neu entdeckt werden will.

Bauhaus Koordinaten. Wege des Bauhauses in Weimar und Thüringen
104 S., zahlreiche Abbildungen und Grafiken; fadengebundene Schweizer Broschur mit Klappe und eingelegter, herausnehmbarer Faltkarte
ISBN 978-3-944425-10-8
EUR 9,80

Das Buch erscheint zweisprachig mit deutschem und englischem Textteil.

Weitere Informationen: www.m-books.eu

veröffentlicht am 21.03.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Stiftung Baukultur Thüringen

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