Neubau Laborgebäude Coudraystraße 13 D in Weimar

Ergebnis des einphasigen offenen Realisierungswettbewerbs

1. Preis (25.000 Euro): Gildo Eisenhart Architekt, Heilbronn, Bild: PAD Weimar 9 Bilder.
1. Preis (25.000 Euro): Gildo Eisenhart Architekt, Heilbronn, Bild: PAD Weimar

Für 1.100 Studierende an der Fakultät Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar sowie für die dort Lehrenden sollen sich die Arbeitsbedingungen in Zukunft verbessern. Der Freistaat Thüringen will den Standort der Fakultät an der Coudraystraße in mehreren Bauabschnitten umfassend sanieren.

In einem ersten, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanzierten Bauabschnitt soll das Fakultätsgebäude modernisiert werden sowie ein neues Laborgebäude im Hof der Coudraystraße 13 mit einer Nutzungsfläche von 2.000 Quadratmeter entstehen. Für den Laborneubau wurden 12.692.000 Euro veranschlagt, die Übergabe an die Bauhaus-Universität Weimar ist für das Jahr 2023 vorgesehen.

Teilnahmeberechtigt am Wettbewerb zum Neubau des Laborgebäudes waren Architektinnen und Architekten. Als Wettbewerbssumme standen insgesamt 60.000 Euro (netto) zur Verfügung. Das Preisgericht unter Vorsitz von Professor Ulf Hestermann, Architekt BDA in Erfurt, bewertete 45 eingereichte Entwürfe.

Ergebnis

1. Preis (25.000 Euro)

  • Gildo Eisenhart Architekt, Heilbronn

2. Preis (15.000 Euro)

  • Regina Schinabeck; Martin Langner, Würzburg

3. Preis (10.000 Euro):

  • Kaiser + Ney Architekten BDA, Frankfurt am Main

Anerkennungen (je 3.333 Euro):

  • gildehaus Partner architekten BDA, Weimar
  • TRU Architekten, Berlin
  • Dong Kyo Kim, Architekt, Rottweil

Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis:

Die Grundidee des Entwurfs ist, einen kompakten Baukörper zu schaffen, der durch die gewählte Lösung des Eingangsbereichs sowie einen bis ins Untergeschoss reichenden inneren Lichthof eine besondere räumliche Qualität gewinnt.
Die Erschließung erfolgt von Norden über einen gut proportionierten Eingangsplatz, Durch die Anordnung des Foyers an der Stirnseite des Altbaus entsteht eine sehr attraktive Raumfolge. Das Foyer öffnet sich nicht nur zum Haupteingang, sondern zugleich zum südlichen Hofbereich und bezieht auf geschickte Weise den bis ins Untergeschoss reichenden Lichthof ein. Die Platzräume sind durch das Einziehen des Erdgeschosses teilweise überdacht.
Der Lichthof als wichtiges Element des Entwurfs macht die Kompaktheit des Baukörpers erst möglich, weil die Belichtung der Labore bis ins Untergeschoss gewährleistet ist. Über das Gelenk des Foyers ist zudem der unmittelbare Zugang zum Altbau gewährleistet. Die Erschließung der Geschosse gelingt sehr gut über zwei innen liegende Erschließungskerne, die zentral erreichbar sind.
Der Kunstgriff des Entwurfs ist, die Grundstücksbreite maximal auszunutzen und damit die Höhe des Gebäudes auf drei Obergeschosse zu begrenzen, so dass die Trauflinie des Neubaus jene des Altbaus annähernd aufnimmt. Das Untergeschoss wird über einen an drei Seiten umlaufenden Lichtgraben und den Innenhof belichtet. Der innere Kern wird abgesenkt, um die geforderte größere Raumhöhe für einige Labore zu garantieren.
Die Obergeschosse verfügen in einer Dreibundanlage mit umlaufendem inneren Gang über gut belichtete und funktional organisierte Labore an der Außenseite sowie Labore im Kern, die sich um den Lichthof gruppieren. Das im 1.OG angeordnete Klimalabor sollte in das EG oder UG verlegt werden.
Die Raumorganisation erscheint insgesamt sehr ökonomisch. Die Bemessung der Technikräume ist allerdings vollkommen unzureichend und wird eine Überarbeitung des Entwurfs notwendig machen, gegebenenfalls durch ein weiteres Geschoss.
Die Fassade des Gebäudes besteht aus einer Glashaut mit vorgeblendeten horizontalen Betonstreifen und integrierten Sonnenschutzlamellen. Das Erscheinungsbild ist somit sehr kraftvoll, zugleich auch von einer gewissen Uniformität geprägt. Die vorgeblendeten Betonstreifen erscheinen allerdings eher dekorativ und dominant, auch fremd gegenüber dem Altbau.
Insgesamt begreift die Jury den Entwurf vor allem wegen seiner kompakten Konzeption als eigenständigen und charakteristischen Beitrag zur Entwurfsaufgabe.

veröffentlicht am 02.11.2018 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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