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Neubau Polizeiinspektion Saale-Orla in Schleiz

Ergebnis des nichtoffenen Realisierungswettbewerbs

1. Preis: DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Partnerschaft mbB, Berlin, Bild: PAD, Weimar 6 Bilder.
1. Preis: DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Partnerschaft mbB, Berlin, Bild: PAD, Weimar

Für die Unterbringung der Polizeiinspektion Saale-Orla soll auf der landeseigenen Liegenschaft in Schleiz ein Neubau errichtet werden, der alle Funktionen einer Polizeiinspektion umfasst. Hierzu zählen neben den Büroflächen auch der Gewahrsamsbereich und die Garagen für die Dienstfahrzeuge. Im Rahmen der Planung werden hohe Ansprüche an Funktionalität und Gestaltung gestellt. Über die Planungsvorgaben für Polizeidienststellen hinaus sollten Detaillösungen erarbeitet werden, die der Bedeutung der Polizeiinspektion entsprechen.

Am Wettbewerb, den der Freistaat Thüringen – vertreten durch das Landesamt für Bau und Verkehr Thüringen – auslobte, waren Architektinnen und Architekten teilnahmeberechtigt; 33 Arbeiten wurden zugelassen. Als Wettbewerbssumme standen insgesamt 40.000 Euro (netto) zur Verfügung. Das Preisgericht unter Vorsitz von Peter Brückner, Architekt und Stadtplaner in Tirschenreuth, vergab neben einem ersten und einem zweiten Preis je zwei dritte Preise und Anerkennungen.

Ergebnis

1. Preis (15.000 Euro):

  • DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Partnerschaft mbB, Berlin

2. Preis (10.000 Euro):

  • kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Leipzig

ein 3. Preis (5.000 Euro):

  • gildehaus. partner architekten BDA, Weimar

ein 3. Preis (5.000 Euro):

  • Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH, Erfurt

eine Anerkennung (2.500 Euro):

  • bhss-Architekten GmbH, Leipzig

eine Anerkennung (2.500 Euro):

  • wiewiorra hopp schwark architekten, Berlin

Aus der Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis:
Die neue Polizeiinspektion wird in einem kompakten Gebäude organisiert, das in Querrichtung fast die gesamte Grundstücksbreite ausnutzt. Die Baumasse wird sehr gekonnt in einem zwei- bis dreigeschossigen Baukörper untergebracht, so dass angemessen auf den Kontext reagiert wird und gleichermaßen Aufmerksamkeit für das Gebäude geschaffen wird. (…) Die Zufahrt an der Nordwestseite ist schlüssig angelegt. Allerdings ist eine Entflechtung der Zufahrt für die Besucherstellplätze wünschenswert und möglich. Kritischer muss angemerkt werden, dass die Breiten für Zufahrt und Notausfahrt absolut ausgereizt sind. Es sollte geprüft werden, ob die Orientierung an der nordwestlichen Grundstücksgrenze (durch eine leichte Gesamtdrehung) die nötige Entspannung schaffen kann. Ähnlich beengt ist die Breite des Polizeihofes, wobei hier Flächenpotential in Richtung südwestlicher Grundstücksgrenze gesehen wird. Die Grundrisslösung im Dreibund und das vollständige Untergeschoss ermöglichen diese effiziente Lösung ohne massige Erscheinung. Die Räume sind sehr funktional angeordnet. Angeregt wird eine Verlegung der Gewahrsamsräume ins Erdgeschoss im Sinne einer leichteren Zuführung. Sichtbeton prägt das äußere Erscheinungsbild des Neubaus zu allen Seiten. Das per se robuste Material wird differenziert gestaltet, so dass ein Fassadenrelief das Gebäude überzieht. Es ist Grundlage für die Anlage von Fensterbändern, die in unterschiedlichen Breiten verschiedenen Raumgrößen gerecht werden. Die Brüstungen im Sichtbetonrelief sind abermals in strukturierten Betonelementen ausgebildet, so dass ein wechselvolles Spiel durch Licht, Schatten und weitere Witterungseinflüsse erzeugt wird und dadurch ein spezifisches architektonisches Erscheinungsbild zu erwarten sein wird. Die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes ist sehr gut gegeben, auch hinsichtlich der Beständigkeit und Unterhaltung. Der Entwurf ist ein sehr guter, charaktervoller und prägnanter Wettbewerbsbeitrag.

veröffentlicht am 05.03.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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