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Publikation „Leer und gut“ im Thüringer Landtag vorgestellt

Mitteilung der Stiftung Baukultur Thüringen

Logo Stiftung Baukultur Thüringen, Bild: Stiftung Baukultur Thüringen

Der Verein der LeerGut-Agentinnen und -Agenten und die Stiftung Baukultur Thüringen haben am 7. Mai 2026 im Thüringer Landtag die Publikation „Leer und gut“ vorgestellt. Die Broschüre zeigt, wie leerstehende Gebäude, LeerGut, in Thüringen gemeinwohlorientiert, nachhaltig und innovativ weiterentwickelt werden können.

Die begleitende Wanderausstellung „LeerGut als Ressource“, die zwölf LeerGut-Projekte aus Thüringen präsentiert, war sieben Wochen im Thüringer Landtag zu sehen. Inmitten der Ausstellungstafeln machten die Veranstalter gegenüber den Abgeordneten des Landtags deutlich: Ein Perspektivwechsel von Leerstand zu LeerGut und eine konsequente Förderung der Bestandsentwicklung wären ein starkes politisches Signal – und könnten Thüringen zum Vorreiter für nachhaltige Umbaukultur machen.

Broschüre „Leer und gut“

Die online frei verfügbare Broschüre „Leer und gut“ liefert dafür Gründe und Wege. Sie rückt die Aktiven in den Vordergrund, die LeerGut in ganz Thüringen beleben. Sie gehen vielerorts mutig und experimentell voran und bringen Innovationen in Planungsprozesse, Sanierungs- und Umbauvorhaben, Nachnutzungen sowie Betreiberstrukturen ein.

Die Studie zeigt auf, wie die Engagierten in Projekten und Kommunen in ihrer Verantwortung für den Bestand unterstützt werden können. Dazu zählen die Vernetzung und Beratung der Aktiven bereits in der frühen Ideenphase, die fachliche Begleitung der Entwicklungsprozesse sowie Flexibilität seitens der Behörden und Verwaltungen.

Leerstand ist Ressource

Leerstand wird bislang in Thüringen nur selten als Ressource identifiziert, das soll und muss sich ändern. Angesichts von Wohnraummangel in wachsenden Städten, dem demografischen Wandel und dem Wegzug aus ländlichen Regionen gewinnt ein qualitätsvoller Umgang mit bestehender Bausubstanz zunehmend an Bedeutung – auch auf politischer Ebene. So hat das Thüringer Aktionsbündnis Innenstädte mit Zukunft die Leerstandsbewältigung zum Schwerpunkt seines Programms 2026 gemacht, und die Akademie Ländlicher Raum Thüringen zeichnet in diesem Jahr mit dem Thüringer Zukunftspreis für Leerstandsbelebung beispielhafte Projekte aus.

Weichen sind gestellt

Für dieses Ziel setzt sich auch seit langem die Stiftung Baukultur Thüringen ein. Sie wird vom Land Thüringen institutionell gefördert und vernetzt Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Kommunen und Politik, um einen kulturellen Wandel hin zu nachhaltigem Bauen zu gestalten. Für die Stiftung ist dabei klar: Thüringen ist längst gebaut und das Bauen von morgen findet im Bestand statt. So können Klimaziele erreicht, Identitäten gestärkt und Wertschöpfung im StadtLand neu organisiert werden.

Die Weichen dafür hat das Land Thüringen selbst gestellt. Seit 2016 hat sich die vom Land geförderte Internationale Bauausstellung Thüringen intensiv dem Thema LeerGut angenommen. Projekte wie der Eiermannbau Apolda, die Sommerfrische-Häuser im Schwarzatal oder zahlreiche Kirchenprojekte zeigen, wie Leerstand gemeinwohlorientiert, nachhaltig und architektonisch qualitätsvoll weiterentwickelt werden kann. Aus der IBA ist auch das Netzwerk der LeerGut-Agentinnen und -Agenten hervorgegangen, das thüringenweit Aktive berät und ermutigt, die LeerGut entwickeln.

Link zur Broschüre und Ausstellung:
https://baukultur-thueringen.de/leergut/

Link zum LeerGut-Agentinnen und -Agenten e.V.:
https://leergut-agenten.de

veröffentlicht am 07.05.2026 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Stiftung Baukultur Thüringen

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