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Textil vermittelt

Nachlese zum 8. Internationalen Symposium zur Baukulturellen Bildung

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Textilkünstlerin Karen Modrei sprach im Saal über das widerständische Potential in Craft Performances., Bild: Thomas Müller

Ein Blick auf die Geschichte des Symposiums zeigt eine gewachsene und lebendige Tradition: Seit der ersten Veranstaltung 2004 – gefolgt von weiteren Ausgaben in den Jahren 2007, 2009, 2012, 2015, 2019, 2023 und nun 2026 – hat sich das Format als bedeutender Diskurs- und Vernetzungsraum etabliert. Es bringt Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Generationen und Disziplinen zusammen, um sich über Fragen der Baukultur auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Im Zentrum des diesjährigen Symposiums stand das Textile – verstanden als Material, Denkfigur und vermittelndes Element. Die Beiträge und Diskussionen verdeutlichten, wie eng Textilien mit baukulturellen Fragestellungen verknüpft sind: Sie beeinflussen Räume sowohl atmosphärisch als auch funktional, sind integraler Bestandteil architektonischer Gestaltung und spiegeln zugleich gesellschaftliche Herausforderungen wider. Themen wie Ressourcenverbrauch, globale Produktionsbedingungen im Kontext von Fast Fashion oder die Stärkung regionaler Stoffkreisläufe wurden dabei ebenso verhandelt wie Fragen der Gestaltung und Vermittlung.

Die Auseinandersetzung mit dem Textilen erweist sich damit als ein zentraler Zugang zur baukulturellen Bildung und zeigt exemplarisch, wie unsere gebaute Umwelt bewusst und verantwortungsvoll mitgestaltet werden kann.

Mit Apolda wurde ein Ort gewählt, an dem sich das Thema in besonderer Weise verdichtet. Die lange Textilgeschichte der Stadt prägt bis heute ihre räumliche Struktur, wirtschaftliche Entwicklung und kollektive Erinnerung. Im Rahmen des Symposiums wurde dies durch verschiedene Programmpunkte erfahrbar: Exkursionen führten unter anderem in die Strickerei „strickchic“, in die seit Jahren leerstehende Oehringsche Villa – ein Wohn- und Fabrikensemble – sowie in den Eiermannbau Apolda. Letzterer, einst als Weberei genutzt und heute als offener Raum für kreative Nutzungen etabliert, wurde selbst zum Gegenstand der Auseinandersetzung. Hier zeigte sich exemplarisch, wie Orte ihre Geschichte bewahren und zugleich neue Perspektiven eröffnen können.

Veranstaltungswebsite | Rückblick in Bildern

veröffentlicht am 17.04.2026 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Architektur und Schule

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