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IBA Thüringen engagiert sich weiter im ländlichen Raum und unterstützt Holzbaukultur

Mitteilung der IBA Thüringen

Das fertige IBA-Projekt Timber Prototype House steht auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda, Bild: © IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller
Das fertige IBA-Projekt Timber Prototype House steht auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda, Bild: © IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller

Nach einem erfolgreichen Zwischenpräsentationsjahr 2019 mit rund 10.000 Besuchern in der Ausstellung ›StadtLand‹ nimmt die IBA Thüringen bereits heute ihr Finale 2023 in den Blick. Im Fokus der IBA stehen ihre rund 30 Vorhaben in ganz Thüringen – innovative und identitätsbildende Projekte für den ländlichen Raum. Mit ihrem Thema ›StadtLand‹ verdeutlicht die IBA Potenziale und Talente der Provinz. Dieses Thema beherrscht seit geraumer Zeit die gesellschaftliche Debatte; nicht zuletzt die Corona-Krise macht deutlich, dass die Digitalisierung Chancen bietet, dezentrale Strukturen und regionale Wertstoffkreisläufe und Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum zu stärken.

Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Dies ist auch für die IBA ein ungewöhnlicher Frühlingsstart. Statt der jährlichen Pressekonferenz melden wir uns vorerst aus der Distanz, müssen Veranstaltungen absagen und halten gemeinsam mit den Akteuren vor Ort die Projektarbeit am Laufen. Gleichzeitig schärfen die Herausforderungen unseren Blick auf die Bedeutung des ländlichen Raums und auch die Bedeutung unserer Arbeit.«

Zum Spektrum der IBA Vorhaben gesellt sich eine neue Initiative, die den Projektprozess der Bauausstellung bis zum Finale abrundet und ihre Ziele schärft: HolzBauKultur. »Holzbaukultur ist wie ein strategischer Schlussstein für unsere Arbeit«, so Doehler-Behzadi. Thüringen ist ein waldreiches Bundesland und hat daher viel vom klimafreundlichen Rohstoff Holz zu bieten. Auch bei den weiteren Verarbeitungsstufen will Thüringen zum Vorreiter werden. Es gibt zahlreiche Aktivisten, die sich im Sinne einer Stärkung der regionalen Wirtschaft in vielen Bereichen für die verstärkte Nutzung des klima- und ressourcenschonenden Holzes engagieren. Die von der IBA Thüringen, dem Landesbeirat Wald und Holz Thüringen e.V., der Fachhochschule Erfurt sowie Partnern wie ThüringenForst AöR, dem Thüringer Waldbesitzerverband, Vertretern aus Wirtschaft und Politik sowie Bauherrenschaften und Architekten verfolgte Entwicklung einer stabilen Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau wird für Thüringen identitätsstiftend wirken. Die IBA Thüringen will diese Kooperation weiter stärken und bis 2023 ein Gelegenheitsfenster für den innovativen Holzbau öffnen, der zu einem international beachteten Markenzeichen des Freistaats werden soll.

Die Initiative wird vom Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ausdrücklich unterstützt: »Jegliche Maßnahme, die die Verwendung des Werkstoffes Holz befördert und die Wertschöpfung im waldreichen Thüringen erhöht, begrüße ich. Es freut mich, dass sich die IBA dieses Themas mit der Initiative ›HolzBauKultur‹ angenommen hat. Damit ist ein weiterer bedeutsamer Akteur hinzugekommen. Gemeinsam wollen wir die vielfachen Pluspunkte von Holz als Baumaterial in das Bewusstsein der Menschen bringen.«

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der IBA GmbH, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, begrüßt die Zusammenarbeit: »Als sowohl für das Bauwesen, die Baukultur und für das Forstwesen zuständiger Minister freue ich mich besonders über diese zukunftsweisende Kooperation. Holz hat als Baumaterial viele Vorteile und großes Potenzial. Es ist ein nachwachsender Rohstoff, ein klimafreundlicher sowie ästhetischer Baustoff und stärkt regionale Wertschöpfungsketten in Thüringen. Die Landesregierung setzt sich deshalb dafür ein, dass Bauen mit Holz erleichtert wird. Unser Freistaat ist international bekannt für seine Bau- und Waldkultur. Dass die IBA Thüringen beides architektonisch miteinander vereint, betrachte ich als ein Konzept mit Zukunft.«

Zwei fertige IBA Projekte zeugen bereits von den Vorteilen und der gestalterischen Ausdruckskraft von Holzarchitektur – der Sch(l)afstall in Bedheim (Anm.: von STUDIOGRÜNDERKIRFEL Architekten) und das Timber Prototype House (Anm: von Universität Stuttgart, Prof. Achim Menges, und DGJ Architektur, Hans Drexler) auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda. Beide Bauten haben großes Interesse von der nationalen und internationalen Fachöffentlichkeit erfahren: Der Sch(l)afstall schaffte es auf die Shortlist der Jury des prestigeträchtigen Architekturpreises des Deutschen Architekturmuseums und das Timber Prototype House erhielt den Jurypreis des internationalen Green Concept Awards.

Bei zahlreichen IBA Vorhaben wird geprüft, inwieweit Holz als regional verfügbarer Roh- und Baustoff eingebracht werden kann: Die Gesundheitskioske in der Region Seltenrain sollen Holzexperimente im Kleinformat werden. Der Landessportbund Thüringen plant gemeinsam mit der IBA Thüringen einen Neubau in Holzbauweise für das Seesport- und erlebnispädagogische Zentrum (SEZ) in Kloster in Saalburg-Ebersdorf am Thüringer Meer. Dort finden unter Federführung der Thüringer Sportjugend zahlreiche Erholungs- und Bildungsveranstaltungen im Rahmen der freien Jugendhilfe statt.

Ein derzeit laufender Architekturwettbewerb sucht nach neuen Bauformen, Bauweisen und Baustandards für diese Bauaufgabe in der ausdrucksstarken Landschaft an der Bleilochtalsperre. Das Preisgericht tagt voraussichtlich am 16. Juli 2020 zu den Entwürfen. Das Vorhaben wird gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Auch das neue IBA Magazin widmet sich dem Thema Holzbaukultur. Es wird auf der Website iba-thueringen.de zum Download angeboten und kann in der IBA Geschäftsstelle bestellt werden.

veröffentlicht am 27.04.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

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