Vom Eiermannbau bis zum Klassenzimmer aus Stroh: Thüringen zeichnet zehn Projekte im Rahmen des Staatspreises für Baukultur aus
Mitteilung des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur
Am Donnerstag, den 3. September 2026 fand die Preisverleihung des Thüringer Staatspreises für Baukultur 2026 im Zuge des NEW bauhaus Festivals in Weimar statt. Vier Projekte erhielten den Staatspreis, sechs weitere eine Auszeichnung und eins wurde zusätzlich mit dem Publikumspreis gewürdigt.
„Baukultur beschreibt, wie wir Gebäude, Freiräume und Infrastruktur gestalten und nutzen – und was sie für unser Zusammenleben leisten. Die ausgezeichneten Projekte machen das im Alltag konkret sichtbar“, so Infrastrukturminister Steffen Schütz.
Mit dem Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 wurden die folgenden vier Projekte geehrt:
- die Aktivierung des Industriedenkmals Eiermannbau in Apolda zur Open Factory
- die Gesundheitskioske in der Region Seltenrain
- das Heizwerk Erfurt
- das Johanniterzentrum Andreasgärten in Erfurt
Jeweils eine Auszeichnung erhielten:
- das Haus Bräutigam – Baukultur im Prozess (Schwarzburg)
- der Innerstädtische Landschaftspark „Nördliche Geraaue“ in Erfurt
- die Jenaplanschule Weimar
- das Projekt Stadtmensch – Open Lab / Stadtbude in Altenburg
- das Promenadendeck in Erfurt
- das S T R O H ballen Klassenzimmer im Landgut Holzdorf
Das S T R O H ballen Klassenzimmer im Landgut erhielt zudem den Publikumspreis. Es hat im Online-Voting, an dem sich über 2.500 Menschen beteiligten, die meisten Stimmen auf sich vereint.
Insgesamt wurde ein Preisgeld von 27.500 Euro ausgeschüttet. Die vier Preisträger erhielten jeweils 4.000 Euro, die sechs Auszeichnungen jeweils 1.500 Euro. Der Publikumspreis ist zusätzlich mit 2.500 Euro dotiert.
66 Bewerbungen wurden zum Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 eingereicht. Daraus bestimmte eine unabhängige, interdisziplinär besetzte Fachjury zunächst 20 Projekte für die engere Wahl. Entschieden wurde nach der Gesamtqualität jedes Projekts. Grundlage waren die acht Kriterien des Davos-Qualitätssystems für Baukultur: Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius loci und Schönheit. Nicht allein die Gestaltung zählte, sondern ebenso der Entstehungsprozess, die Nutzbarkeit und Anpassungsfähigkeit, der Umgang mit Bestand und Ressourcen sowie die gesellschaftliche und räumliche Wirkung.
„Der Thüringer Staatspreis für Baukultur folgt zudem einem klaren Grundsatz: Gute Baukultur ist eine Gemeinschaftsleistung. Gewürdigt wird nicht eine einzelne Planungsdisziplin, sondern das Zusammenspiel von Bauherrschaft, Architektur, Ingenieurwesen, Landschafts- und Stadtplanung, ausführenden Unternehmen, Nutzenden und weiteren Partnern. Im Namen des Freistaats Thüringen gratuliere ich allen Preisträgern herzlich. Dank und Anerkennung gelten allen Teilnehmenden des diesjährigen Staatspreises für Baukultur“, so Minister Steffen Schütz.
Die weiteren zehn Projekte der engeren Wahl werden durch ihre Nominierung für den Staatspreis besonders gewürdigt.
Hintergrund
Der Thüringer Staatspreis für Baukultur würdigt realisierte Projekte, die einen besonderen Beitrag zur Baukultur im Freistaat leisten. Bewerben konnten sich in diesem Jahr Bauprojekte, die zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Dezember 2025 im Freistaat Thüringen fertiggestellt wurden oder baukulturelle Initiativen/Institutionen, deren Wirkung in diesem Zeitraum lag.
Der Thüringer Staatspreis für Baukultur wird vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) ausgelobt. Die Architektenkammer Thüringen, die Ingenieurkammer Thüringen und die Stiftung Baukultur Thüringen sind Kooperationspartner des Preises. Der Preis macht sichtbar, wie anspruchsvolles Bauen unter heutigen Bedingungen gelingen kann: funktional, nutzbar, dauerhaft tragfähig, nachhaltig und gestalterisch überzeugend.
Weitere Informationen zu den Preisträger-Objekten und den prämierten Planungsteams unter: www.staatspreis-baukultur-thueringen.de